Dem Namen nach erwartete ich irgendwas Kanadisches, irgendeine wirre, aber sympathische Freigeisterei, wie sie Kanadier zuweilen kredenzen.
Was ich bekam, war eine Band, die ich mir anfangs vorstellte wie eine kleine, lustige Truppe von stecknadelkopfgroßen Männlein, die ihre winzigen Instrumente und Verstärker in meinem Gehörgang aufgebaut haben und dort nun immer mal wieder ein bisschen zocken. Sie sind große Fans von Timothy Leary, von den Kinks und den Beatles - und haben es irgendwie geschafft, ganz Ähnliches zu treiben wie ihre großen Vorbilder. Nur sind sie ja ganz klein und niedlich, und anfangs mag man sie noch nicht so ganz ernst nehmen und belächelt sie ein wenig.
Um zu "Satanic Panic" zurück zu kommen: Der Wendepunkt in der Wahrnehmung dieser Platte liegt ziemlich genau zwischen dem Schluss des zweiten Stücks "Lysergic Bliss" mit seinem wilden Chorgesang und dem Anfang von "Will you come and fetch me". An dieser Stelle beginnt etwas, das zeitweise an die magischen Momente der "Abbey Road" erinnert - wenn auch an eine Miniaturausgabe des Beatles-Monuments.
Man mag ihnen einen ungeheuren Zitate-Verschleiß vorwerfen, aber man muss Of Montreal (die natürlich gar keine Kanadier sind) wirklich zu Gute halten, dass sie es raus haben, marmeladenklebrige Ohrwürmer zu komponieren, die sich im Gehörgang geradezu fest zecken. Der Legende nach hat Sänger und Songwriter Kevin Barnes diese Platte fast alleine produziert und eingespielt. Sie wäre definitiv ein fantastisches Gesellenstück für einen Lehrling der Paul McCartney-Gedächtnisschule. Dem Direktor dürfte das Ganze zwar ein bisschen zu ironisch vorkommen, aber hey, das ist man der Gegenwart schuldig. Nur zitieren wäre ja auch irgendwie langweilig.
"Satanic Panic in the Attic" ist mit catchy Melodien geradezu vollgestopft. Was beim ersten Hören noch ein wenig konfus und verspielt wirkt, entpuppt sich nach und nach als Ansammlung zwingender Pointen. Die wichtigste Wirkung entfaltet dabei der stets mehrstimmige Gesang Kevin Barnes', der ein grandioser Nostalgiker sein muss. Instrumental werden die letzten verbleibenden Lücken mit jeder Menge weiterer Melodeien geschlossen. Das ist immer fluffig und nie zu schwer, und manchmal rockt oder funkt es sogar ein bisschen. Sound und Produktion sind gerade noch zeitgemäß und trotzdem halbwegs Sixties-authentisch.
Fazit: Sixties-affine und gegen Hippiegestik wenigstens tolerante Musikfreunde bekommen hier großartige und sehr nostalgische Popmusik, die die leichten Momente des Lebens noch ein wenig mehr erleichtert. In Amerika heißt "Pop" auch "Limo" - und hier wird mit zuckersüßen Melodien dermaßen rumgesaut, dass nachher alles klebt. Sogar dann noch, wenn man glaubt, alles sauber gemacht zu haben. Vielleicht ist dies deswegen noch keine 'bleibende' Musik, aber hartnäckig ist sie allemal.
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Montag, 21. Januar 2008
Donnerstag, 20. Dezember 2007
Radiohead - In Rainbows (Bonus-CD)
Mittlerweile ist ja die Bonus-CD von Radioheads "In Rainbows" raus, und dazu will ich noch ein paar Sätze loswerden. Was ich von der eigentlichen Platte halte, habe ich ja schon ausgiebig dargelegt (s.u.). Bleibt zu ergänzen, dass die Bonus-Stücke das Gesamtergebnis des Albums ziemlich aufpeppeln.Down is the new up hat eine warme, relaxte Stimmung und vor allem eine Melodie mit Ohrwurmcharakter. Dass Thom Yorke zum Schluss hin schon wieder den Bono-Frosch im Hals hat, tut zwar ein bisschen weh, lässt sich aber verschmerzen. Tipp: Wer ein bisschen Ahnung von Audio-Editoren hat, sollte versuchen, diese 20 Sekunden rauszuschneiden.
Bei Go slowly handelt es sich um eine dieser Radiohead-typischen, elegischen Pathos-Nummern, die im richtigen Moment durchaus für Gänsehaut sorgen. Derlei Stücke ziehen sich wie ein roter Faden durch den Backkatalog der Band. Schön ist, dass diesmal nicht ganz so dick aufgetragen wird wie teilweise auf der "Hail to the thief"-Platte. In diesem Fall war die Reduktionsmethode erfolgreich. Leider ist das ganze einen Tick zu kurz geraten, aber geschenkt.
Mein absoluter Favorit des gesamten Albums ist Last Flowers. Der Vergleich mag hinken, aber ich sehe es irgendwo zwischen dem lakonischen "No surprises" und der Live-Version von "Like spinning plates". Eine wunderschöne Melodie trifft auf ebenso minimalistische wie effektive Instrumentierung. Sehr bewegend.
Bei Up on the ladder habe ich schon einige Male besorgt nachgesehen, ob meine Boxen noch in Ordnung sind. Von der Stimmung her einigermaßen depressiv, mit einer klaustrophobischen Gitarre und einem Keyboard, das mich ein wenig an The Cure Mitte der Achtziger erinnert. Ist jetzt nicht der Hammer, aber besser als einiges anderes.
Bangers & Mash sollte man vermutlich laut in der Indie-Disco hören. Sehr dynamisch mit einer energischen Gitarre und fiebrigem Gesang.
Zu guter Letzt eine als solche durchaus geeignete Schlussnummer: 4 Minute Warning ist recht simpel gehalten, mit einer einfachen Melodie und verhaltener Untermalung. Radiohead machen ihren Frieden mit uns.
Die beiden Füller Mk1 und Mk2 haben ergeben immerhin fast 2 Minuten mehr Spielzeit und stören nicht.
Insgesamt hat "In Rainbows" nun 12 bis 13 gute bis hervorragende Stücke, die zusammen auf etwa 50 Minuten kommen - und so wird am Ende doch noch alles gut.
Nächstes Mal kein Wort mehr über Radiohead. Versprochen.
Dienstag, 4. Dezember 2007
Babyshambles - Shotter's Nation
Erstaunlich genug, dass die Babyshambles noch ne Platte zusammen geschustert haben! Wer hätte damit noch gerechnet angesichts der vielen Presse-, Drogen- und Knasttermine von Frontmann Pete Doherty. Ich fand ja die "Down in Albion" wirklich erfrischend. Im Gegensatz zu einer Menge anderer Leute, die Pete Doherty wohl in erster Linie für eine lächerliche Figur halten (was man vertreten kann) und denen das Zeug wohl zu verschroben war. Stimmt ja auch. Abgesehen von der ordentlichen Indie-Chick-Hymne "Fuck Forever", wurde ganz schön planlos rumgelärmt und einen Refrain blieben die Herren auch schon mal schuldig. Die Band klang auf ihrer ersten Platte durchgehend besoffen und bei "Pentonville" wurde wohl auch der letzte Philanthrop zum Ragga-Hasser. Trotzdem hob sich "Down in Albion" erfreulich vom Tagesgeschäft ab, weil sie glaubhaft dekadent rüberkommt. Man könnte meinen, morgens um 3 im Babyshambles-Proberaum rumzuhängen, neben einem zieht Kate ihr Koks, die Jungs spielen noch einen und Pete fällt ins Schlagzeug. Wer sich diese Szene ganz amüsant vorstellt, gehört wohl potentiell zur Babyshambles-Zielgruppe. Und ist man da einmal drin, findet man auch irgendwann die gar nicht mal so unraffinierten Melodien auf der ersten Platte.Hat Pete Dohertys Band seine letzte Entzugsphase schamlos ausgenutzt? Melodien sind auf "Shotter's Nation" jedenfalls in rauen Mengen zu finden. Was auch ganz schön ist. Und ganz nebenbei auch Foo Fighters-Hörer für die Babyshambles erwärmen könnte. Na ja, ganz so schlimm ist es zum Glück nicht. Diesmal haben die Stücke halt mehr Hand und Fuß, sind insgesamt aufgeräumter und haben auch alle einen Refrain. Es wird sogar hier und da ein wenig geschmachtet. Die ganze Band klingt fit wie ein Discoteenie-Turnschuh, was wohl auch der sorgfältigeren, sauberen Aufnahmetechnik zu verdanken ist. Das mag jetzt alles ein wenig ironisch rüber kommen, soll aber insgesamt nicht in negativer Kritik münden. "Shotter's Nation" ist schon ne gelungene Platte, nur eben weniger Punk und dafür mehr Anbiederung. Jetzt können die Leute was lernen, die das Debüt einfach nicht ernst nehmen wollten und nun ganz erstaunt tun, dass sie doch gar nicht so scheisse sind, die Babyshambles. Ich finde: Schade, dass sie so zahm geworden sind. Aber wenigstens lebt er noch, der Peter, und angeblich soll er mit den Jungs im Januar in Köln aufspielen. Lassen wir uns überraschen.
Montag, 22. Oktober 2007
Radiohead - In Rainbows
Seit gut zwei Wochen warte ich darauf, dass man sich auf intro.de endlich kompetent, oder wenigstens gewohnt prätentiös zur neuen Radiohead-Platte äußert, die ja doch ansonsten in aller Munde ist. Jeder hat sich die zehn Stücke irgendwoher besorgt, im Zweifelsfall sogar legal runtergeladen, und es haben auch viele eine Meinung. intro aber sagt nichts.Sie tun auch eigentlich gut daran, nicht schnell zu schießen. Radiohead-Platten brauchen ja immer eine Weile, um zu sacken, und man hätte sich nach den ersten Durchläufen auch ganz schön was einfangen können mit voreiligen Urteilen.
Also?
"In Rainbows" ist eine ziemlich gute Platte und ganz sicher auch eine der besten des ganzen Jahres. Und doch hat sie mich - vorbehaltlich der noch ausstehenden Ergänzungen - enttäuscht.
Zur Einzelkritik:
1. 15 Step: Beginnt mit einem grausigen Disco-Beat und dazu passendem "sexy" Gesang. Die Rettung kommt zum Glück recht bald mit der sehr schönen Gitarre, auch der Gesang wird entspannter und der Schlagzeuger zeigt ein Einsehen. So löst sich doch noch alles in Wohlgefallen auf, bevor das Stück dann recht prompt zuende ist. Note: 2-
2. Bodysnatchers: Uptempo-Nummer, die ordentlich abgeht. Radiohead-typische, freakige Gitarren, gemessen an den eigenen Ansprüchen allerdings relativ konventionell. Ähnelt insgesamt ein wenig "2+2=5", ist aber nicht ganz so spannend. Schöne Rocknummer ohne große Überraschungen. Note: 2-
3. Nude: Die Spielart, in der Radiohead eigentlich unerreichbar sind: Gib Thom Yorke einen getragenen Klangteppich mit Akustikgitarren und Streichern, und er singt dich ins Gänsehaut-Koma. Seltsamerweise funktioniert das Rezept aber diesmal nicht. Irgendwas läuft hier bei der Dosierung falsch. Hier trifft ein knochentrockener Bass auf schmalzige Falsett-Uh-Uh-Uhs. Der Melodie fehlen die zündenden Ideen und die Harmonien sind zu altbacken. Man hatte wohl vor, mit weniger mehr zu erreichen. Hat nicht geklappt. Note: 3
4. Weird Fishes/Arpeggi: Das beste Stück der Platte. Wunderschöne Picking-Gitarren im Dialog, berührender Gesang, gute Spannungssteigerung. Endlich darf abgedriftet werden. Hätte sehr gut auf das Vorgängeralbum gepasst. Ist zwar nichts wirklich Neues, aber doch ein Volltreffer. Note: 1
5. All I want: Langsames, fast durchgängig langweiliges Stück. Wird zum Glück gegen Ende doch noch etwas dramatisch. Note: 4
6. Faust Arp: Akustiknummer mit sehr schönem Gesang und einer netten Melodie. Mit Streicherhilfe noch ein wenig aufgeschmalzt. Mit 2 Minuten nicht länger als es braucht. Note: 2
7. Reckoner: Fängt mit einem vielversprechenden, scheppernden Schlagzeugbeat an. Schockiert dann aber mit einem Gesang, der mich unvermittelt an Bono erinnert hat (ganz schlimm:"Dedi-caaaa-ted!"). Dank des Refrains und wiederum opulenten Streichern hebt sich das Stück dann doch noch von U2-Niveau ab. Trotzdem nichts für mich. Note: 5
8. House of Cards: Jetzt echt: Die ersten zwei Zeilen gehen einfach nicht, Thom. Was dann folgt, ist leider auch ziemlich überflüssig. Das mag ja alles gefällig und harmonisch sein, es sind auch ein paar schöne Delay-Gitarren dabei, aber ich habe selten so ein belangloses Stück gehört. Note: 5
9. Jigsaw falling into place: Na, kriegen wir den Arsch wieder hoch? Doch ja, endlich wieder "Hail to the thief"-Niveau: Interessante Harmonien, leidenschaftlicher Gesang und spannende Gitarren. Wie eine Mischung aus "Bodysnatchers" und "Weird Fishes". Leider zu früh zu Ende. Note: 2+
10. Videotape: Hier funktioniert nun halbwegs, was bei "Nude" ins Leere lief. Und endlich ein Piano. Dazu korpulenter Chorgesang, ein subtiler Bass und spartanischer Schlagzeugeinsatz. Dieses Rumpeln da links ist auch ganz interessant - ja beinahe experimentell! Schönes Lied. Note: 2
Dazu fällt mir eine kleine Anekdote aus meiner Schulzeit ein. Eines meiner wenigen ganz guten Fächer war Englisch, und mein damaliger Lehrer hielt recht große Stücke auf mich. Nur war ich leider recht faul, und zuweilen kam da eine Klassenarbeit mit einer 3+ zurück. Dazu die Bemerkung: "Das kannst du doch besser, Lars". Hab ich mir dann gedacht: Ja, stimmt schon, aber ich hatte keinen Bock zu lernen.
Vielleicht haben Radiohead ja das Gleiche gedacht. Genug Geld auf der hohen Kante, keinen Stress mehr mit irgendeiner Plattenfirma, nette Soloprojekte. Leute, geht uns bitte nicht auf den Sack mit euren Erwartungen. Wir haben doch schon mehr Klassiker rausgehauen als jede andere, noch lebende Band! Dürfen wir vielleicht auch mal ne Runde locker bleiben?!
Na klar, Jungs! Geht ja auch die Welt nicht von unter, wenn ihr mal nur ein normal gutes Album macht. Aber so ein paar peinliche Nummern sind nun mal echt dabei, und das habt ihr doch nicht nötig.
Na ja, nix für ungut! Und die 3 Pfund waren ja auch echt ihr Geld wert.
Nachtrag: intro.de hat tatsächlich irgendwann eine Plattenkritik nachgelegt, genau genommen sogar zwei, dabei aber m.E. mit beiden ziemlich daneben geschossen.
"In Rainbows" ist eine ziemlich gute Platte und ganz sicher auch eine der besten des ganzen Jahres. Und doch hat sie mich - vorbehaltlich der noch ausstehenden Ergänzungen - enttäuscht.
Zur Einzelkritik:
1. 15 Step: Beginnt mit einem grausigen Disco-Beat und dazu passendem "sexy" Gesang. Die Rettung kommt zum Glück recht bald mit der sehr schönen Gitarre, auch der Gesang wird entspannter und der Schlagzeuger zeigt ein Einsehen. So löst sich doch noch alles in Wohlgefallen auf, bevor das Stück dann recht prompt zuende ist. Note: 2-
2. Bodysnatchers: Uptempo-Nummer, die ordentlich abgeht. Radiohead-typische, freakige Gitarren, gemessen an den eigenen Ansprüchen allerdings relativ konventionell. Ähnelt insgesamt ein wenig "2+2=5", ist aber nicht ganz so spannend. Schöne Rocknummer ohne große Überraschungen. Note: 2-
3. Nude: Die Spielart, in der Radiohead eigentlich unerreichbar sind: Gib Thom Yorke einen getragenen Klangteppich mit Akustikgitarren und Streichern, und er singt dich ins Gänsehaut-Koma. Seltsamerweise funktioniert das Rezept aber diesmal nicht. Irgendwas läuft hier bei der Dosierung falsch. Hier trifft ein knochentrockener Bass auf schmalzige Falsett-Uh-Uh-Uhs. Der Melodie fehlen die zündenden Ideen und die Harmonien sind zu altbacken. Man hatte wohl vor, mit weniger mehr zu erreichen. Hat nicht geklappt. Note: 3
4. Weird Fishes/Arpeggi: Das beste Stück der Platte. Wunderschöne Picking-Gitarren im Dialog, berührender Gesang, gute Spannungssteigerung. Endlich darf abgedriftet werden. Hätte sehr gut auf das Vorgängeralbum gepasst. Ist zwar nichts wirklich Neues, aber doch ein Volltreffer. Note: 1
5. All I want: Langsames, fast durchgängig langweiliges Stück. Wird zum Glück gegen Ende doch noch etwas dramatisch. Note: 4
6. Faust Arp: Akustiknummer mit sehr schönem Gesang und einer netten Melodie. Mit Streicherhilfe noch ein wenig aufgeschmalzt. Mit 2 Minuten nicht länger als es braucht. Note: 2
7. Reckoner: Fängt mit einem vielversprechenden, scheppernden Schlagzeugbeat an. Schockiert dann aber mit einem Gesang, der mich unvermittelt an Bono erinnert hat (ganz schlimm:"Dedi-caaaa-ted!"). Dank des Refrains und wiederum opulenten Streichern hebt sich das Stück dann doch noch von U2-Niveau ab. Trotzdem nichts für mich. Note: 5
8. House of Cards: Jetzt echt: Die ersten zwei Zeilen gehen einfach nicht, Thom. Was dann folgt, ist leider auch ziemlich überflüssig. Das mag ja alles gefällig und harmonisch sein, es sind auch ein paar schöne Delay-Gitarren dabei, aber ich habe selten so ein belangloses Stück gehört. Note: 5
9. Jigsaw falling into place: Na, kriegen wir den Arsch wieder hoch? Doch ja, endlich wieder "Hail to the thief"-Niveau: Interessante Harmonien, leidenschaftlicher Gesang und spannende Gitarren. Wie eine Mischung aus "Bodysnatchers" und "Weird Fishes". Leider zu früh zu Ende. Note: 2+
10. Videotape: Hier funktioniert nun halbwegs, was bei "Nude" ins Leere lief. Und endlich ein Piano. Dazu korpulenter Chorgesang, ein subtiler Bass und spartanischer Schlagzeugeinsatz. Dieses Rumpeln da links ist auch ganz interessant - ja beinahe experimentell! Schönes Lied. Note: 2
Dazu fällt mir eine kleine Anekdote aus meiner Schulzeit ein. Eines meiner wenigen ganz guten Fächer war Englisch, und mein damaliger Lehrer hielt recht große Stücke auf mich. Nur war ich leider recht faul, und zuweilen kam da eine Klassenarbeit mit einer 3+ zurück. Dazu die Bemerkung: "Das kannst du doch besser, Lars". Hab ich mir dann gedacht: Ja, stimmt schon, aber ich hatte keinen Bock zu lernen.
Vielleicht haben Radiohead ja das Gleiche gedacht. Genug Geld auf der hohen Kante, keinen Stress mehr mit irgendeiner Plattenfirma, nette Soloprojekte. Leute, geht uns bitte nicht auf den Sack mit euren Erwartungen. Wir haben doch schon mehr Klassiker rausgehauen als jede andere, noch lebende Band! Dürfen wir vielleicht auch mal ne Runde locker bleiben?!
Na klar, Jungs! Geht ja auch die Welt nicht von unter, wenn ihr mal nur ein normal gutes Album macht. Aber so ein paar peinliche Nummern sind nun mal echt dabei, und das habt ihr doch nicht nötig.
Na ja, nix für ungut! Und die 3 Pfund waren ja auch echt ihr Geld wert.
Nachtrag: intro.de hat tatsächlich irgendwann eine Plattenkritik nachgelegt, genau genommen sogar zwei, dabei aber m.E. mit beiden ziemlich daneben geschossen.
Dienstag, 2. Januar 2007
Julia Hummer & Too Many Boys - Downtown Cocoluccia
Ach ja, bevor ich mich hier jetzt doch wieder abseile, noch ein kleiner Plattentipp für alle, die sowas gerade brauchen. Hier läuft nämlich gerade die Platte von Julia Hummer and too many boys. Das ist jetzt weniger der Soundtrack zum Bäume anzünden, aber so als Hintergrundgedudel wäre es auch unterschätzt. Also es ist wirklich sehr nette Musik zum alleine zuhause rumsitzen, auf einen Monitor starren und sich dann und wann am Kopf kratzen. Man kann sicher auch Rotwein dazu trinken und seine Exfreundin anrufen.
Aber ob das eine gute Idee ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden.
Aber ob das eine gute Idee ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden.
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